Luminar 4: Startbildschirm
Sven Götze / 22.11.2019

Luminar 4: Erste Eindrücke

Ganz frisch auf dem Markt: Luminar 4. Ob meine Neugier auf das Programm befriedigt wurde und ob es ein Ersatz für meine bisherigen Tools ist, lest ihr hier.

Luminar 4: Startbildschirm

Zugegeben, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Da zähle ich mich natürlich dazu. Seit einigen Jahren arbeite ich mit Adobe-Produkten, die auf mich sehr intuitiv wirken. Allerdings ist mir das Abo-Modell auf Dauer doch etwas teuer. So suche ich - ohne Druck - nach vergleichbaren Alternativen. Tobias schwört schon eine ganze Weile auf Luminar und so wuchs meine Neugier. Bisher hatte ich mich mit den Produkten von Skylum nicht befasst.

Bibliothek

Einen sehr aufgeräumten und übersichtlichen Eindruck macht die Bibliothek (Foto-Übersicht). Standardmäßig sind linkerhand die Thumbnails der Fotos im jeweils importierten Ordner aufgelistet, durch die sich rechterhand navigieren lässt. Es lassen sich Alben erstellen, was in etwa mit der Sammlungs-Funktion vergleichbar ist. Für die schnelle Bearbeitung werden Looks (Presets) in Form von Filmstreifen angeboten.

Luminar 4: Die Bibliothek

Manko Nummer 1

Was allerdings bei all der Ordnung fehlt, sind die Stichwörter (Metatags), die man aus anderen Programmen kennt und gern zum Filtern nutzt.

Bearbeiten

Im zweiten Reiter besteht die Möglichkeit, die Fotos zu bearbeiten. Die Funktionen sind thematisch gruppiert und durch Symbole aufrufbar. Ein Histogramm und auch Bearbeitungsebenen stehen zur Verfügung.

Luminar 4: Arbeitsbereich

Manko Nummer 2

Leider wird einem von Adobe verwöhnten Benutzer schnell bewusst, dass Luminar sowohl beim Öffnen als auch beim Speichern der Bearbeitungs-Einstellungen ein Problem hat: Es übernimmt keine bereits getätigten Anpassungen aus der Datei oder einem xmp-Dokument. Das bedeutet, dass man bspw. nicht mit Lightroom ein Foto entwickeln und isoliert in Luminar bearbeiten kann.

Das bedeutet aber auch, dass Luminar vermutlich alle Anpassungen, die vorgenommen wurden, nicht "dem Foto mitgibt", sondern im Katalog (der Datenbank) speichert. Warum ist das ein Problem? Wenn der Katalog nicht gerade auf einem Server gespeichert wird, kann man nicht von mehreren Geräten arbeiten. Vermutlich ist das bislang nicht auf der Agenda des Entwicklers.

Luminar 4: Arbeitsfläche

Um die Ausrichtung eines Fotos anzupassen und Verzerrungen zu korrigieren, kann man hier entsprechende Anpassungen vornehmen. Es fehlt leider die Möglichkeit, perspektivische Verzerrungen zu korrigieren (ähnlich der "Upright-Funktion" in Lightroom). Hier bleibt die Hoffnung, dass dies mit einem perspektivischen Update nachgeliefert wird.

Die Korrektur der Objektiv-Verzerrungen und chromatischen Abberationen werden automatisch geladen, Profile kann man hier nicht auswählen oder hinterlegen. Weitere Korrekturen kann man schließlich manuell vornehmen.

Luminar 4: Anpassungen

Ein besonderes und für mich bisher einzigartiges Bonbon ist der Bereich der Kreativität: So lässt sich bspw. der Himmel mit wenigen Klicks austauschen, Filter auswählen oder aber auch ein LUT laden. Einzig die Funktion "Nebel" hat bei mir bislang kein brauchbares Ergebnis geliefert.

Luminar 4: Looks

Nachdem man mit wenigen Klicks schnell tolle und einzigartige Ergebnisse erzielen kann, ist es möglich, hieraus Presets - in Luminar "Looks" - zu erstellen. Die bereits im Programm verfügbaren können auch direkt ausgewählt und deren Intensität eingestellt werden. Letzteres ist mit Lightroom nur durch Zusatzmodule möglich.

Erstes Fazit

Meine Erwartung war nicht, in 5min in Luminar durchzusteigen und euch hier zu überzeugen. Die Frage, ob es Lightroom, Photoshop oder andere Produkte ersetzen würde, kann ich mir noch nicht positiv beantworten. Es kann definitiv mithalten, hat jedoch vermutlich eine andere Zielgruppe: Wer gern viel manuell machen möchte, wird vermutlich nicht glücklich. Wer jedoch mit wenig Aufwand grundsätzliche Entwicklungen vornehmen und zu vorzeigbaren Ergebnissen kommen möchte, sollte sich Luminar ansehen.